Kaum zu glauben

Album: 1968 (2011)


Meere steigen uns zu Kopf, die Flüsse vertrocknen.
Berge bröckeln Stein um Stein und versetzen sich.
Felder, Wiesen werden Wüsten sein.
Sonnenriesen verglühen, der Himmel stürzt ein.

Galaxien kollidier’n, zerbersten, verschmelzen,
Gletscher brechen einfach weg, und die Erde kocht.
Fische fliegen in den Wald nach Haus
Und erliegen der Strahlung. Die Lichter geh’n aus.

Kaum zu glauben:
Am Ende wird es weitergeh’n.
Kaum zu glauben:
Es gibt für uns ein Wiederseh’n.

Küsten werden weggespült und Wälder verbrennen.
Dörfer werden ausradiert, wenn die Erde bebt.
Stürme fegen vom spitzen Kopf den Hut,
Feuerregen – Pompeji versinkt in der Glut.

Viren überfallen uns, trojanische Pferde,
Nutzen unser Drachenblut für ein kühles Bad.
Krebse kriechen klammheimlich übern Strand,
Kranke siechen, Gesunde verlier’n den Verstand.

Kaum zu glauben:
Am Ende wird es weitergeh’n.
Kaum zu glauben:
Es gibt für uns ein Wiederseh’n.

Helden überzieh’n das Land mit Grenzen und Kriegen,
Sind so stolz und heimatgeil, dass sie immer noch
Munter morden, bis sich nichts mehr regt,
Unterm Orden das Herz bis zum vollen Hals schlägt.

Kaum zu glauben:
Am Ende wird es weitergeh’n.
Kaum zu glauben:
Es gibt für uns ein Wiederseh’n.

Menschen gehen mit der Zeit, um vor ihr zu sterben.
Haben alles ausverkauft, was nach Ende riecht.