Das Blaue vom Himmel

Album: Lauter leise Lieder


Fragen sind offen und werden es bleiben,
Um uns nur verschlüsselte Zeichen.
Wir seh’n, was wir seh’n, durch beschlagene Scheiben,
Signale, die uns kaum erreichen.
Wir schauen und prüfen und schematisieren
Und ordnen die Dinge beflissen:
Tabellen, Begriffe, die uns imponieren, –
Wissen wider besseres Wissen.

Wir trennen exakt zwischen Wahrheit und Lüge,
Links und rechts, unten und oben.
Behaupten im Zweifelsfall gleich, der Schein trüge,
Beschließen, den Höchsten zu loben.
Ich will nicht mehr länger an Weisheiten feilen,
Die morgen die Zeit überholt hat.
Ich möchte gelassen beim Augenblick weilen,
Ihn ganz deutlich spür’n. Welche Wohltat!

Ich rede das Blaue vom Himmel herunter.
Was sonst könnt‘ ich beim Namen nennen?
Und ist er in Wirklichkeit auch viel, viel bunter,
Wie schön, diese Farbe zu kennen!

Vor uns liegen viele begehbare Pfade,
Doch wir greifen hastig nach Leitern,
Denn unsere Strecke soll kurz sein und grade.
Wir klettern und klettern und scheitern.
Warum nicht erkennen: Wir können nichts biegen,
Wir können ja nicht mal verstehen.
Egal, ganz egal, wie die Dinge auch liegen,
Wir riechen, fühlen, hören und sehen!

Ich rede das Blaue vom Himmel herunter.
Was sonst könnt‘ ich beim Namen nennen?
Und ist er in Wirklichkeit auch viel, viel bunter,
Wie schön, diese Farbe zu kennen!

Ich rede das Blaue vom Himmel herunter.
Was sonst könnt‘ ich beim Namen nennen?
Und ist er in Wirklichkeit auch viel, viel bunter,
Wie schön, diese Farbe zu kennen!